Geräuschanalyseund Sounddesign mit der Akustischen KameraGeräusche müssen nicht unbedingt laut sein, um Unbehagen zu verursachen. Häufig sind es leise, dem Hauptschall völlig untergeordnete Quellen, die aber psychoakustisch in den Vordergrund treten.
In der Automobilindustrie, in der die Akustische Kamera bereits erfolgreich im Einsatz ist, sind Klapper-, Pfeif- oder Knackgeräusche in Fahrzeugen unerwünscht. Auch bei hoher Geschwindigkeit soll im Innenraum das Pianissimo des Klassikkonzertes nicht durch Fahrgeräusche übertönt werden, und das Zuschlagen der Tür muss trotz Leichtbauweise einen satten Klang haben.
Das Röhren eines Sportwagens oder der sonore Klang einer großräumigen Limousine sind typische Erkennungszeichen von Automarken. Entsprechend hoch war bisher der Aufwand, den gewünschten Klang zu erzeugen und Störendes zu eliminieren. Eine neue Dimension: ortsselektive Zeit- und Frequenzmessungen
Die Akustische Kamera erweitert die Zeit- und Frequenzselektivität um die Komponente Ortsselektivität. Neben dem Verlauf des Schallsignals kann eine Sequenz von akustischen Fotos erzeugt werden - akustische Filme entstehen. Jetzt wird klar analysiert, wann wo welche Schallquellen aktiv sind. Im Bedarfsfall in extremer Zeitlupe, mit bis zu 192.000 Bildern/Sekunde. Zünd-, Ansaug- und Ausblasgeräusche einzelner Zylinder werden akustisch beobachtet. Schallwege sind erkennbar, Quellen und Reflexionen werden getrennt. Oft ergeben sich daraus völlig neue Erkenntnisse und Sichtweisen über die Entstehung von Schall. Auch die Analyse von bewegten Objekten ist möglich. Die akustische Kamera erweitert bisherige Analyseverfahren
Natürlich beinhaltet die Akustische Kamera auch herkömmliche Analyseverfahren, wie A-Bewertung, Terz- und Schmalbandanalysen, Filter und vieles mehr. Darauf aufbauend sind jetzt detailliertere Untersuchungen möglich. In einem Spektrogramm können zum Beispiel Geräusche im Zeit- und Frequenzbereich markiert werden. Das Akustische Bild zeigt dem Anwender dann den Quellort dieses Geräusches. Oder ein Punkt am Messobjekt wird angewählt, der davon ausgehende Schall kann rekonstruiert, dargestellt, in seine spektralen Anteile zerlegt oder über Lautsprecher wiedergegeben werden - und das alles nach beendeter Messung. Testaufbau für die Messsung (links) |